Kluger Knecht in Instruction und im Lukasevangelium
AC/05/01/2026/not checked
Was macht einen Knecht im Verhältnis zu seinem Herrn und seiner Umwelt zu einem klugen? Die vorliegende exegetische Arbeit zeigt auf, welche Antwort sich Instruction, dem großen Weisheitstext aus den Qumranfunden, und dem Lukasevangelium entnehmen lässt, indem sie zwei thematisch verwandte Schlüsseltexte (4Q416 frg. 2 ii 9–16 und Lk 16,1–8) analysiert und miteinander vergleicht. Die Untersuchung des ausgewählten Instruktionstextes umfasst auch eine materielle und paläographische Rekonstruktion. Astrid Stacklies weist nach, dass die beiden Textperikopen sowohl als Anweisungen für das alltägliche Verhältnis von Dienstherr und Bedienstetem im menschlichen Bereich gelesen als auch auf das Verhältnis von Gott und Mensch gedeutet werden können und durchgehend eine Transparenz vom irdischen in den göttlichen Bereich aufweisen. Des Weiteren zeigt die Verfasserin auf, dass jede der beiden Textperikopen als nähere Erläuterung der jeweils anderen gelesen werden kann. Bezügen zu Textpassagen in beiden Werken, die um den Umgang mit Vermögen und Schulden kreisen, sowie zu biblischen Texten, der rabbinischen und der griechisch-römischen Literatur und Philosophie kommen in der Auslegung besonderes Gewicht zu. Die präsentierten Deutungen, die vergleichende Untersuchung wie auch die aufgezeigte durchgängige Transparenz der beiden Perikopen auf die Gott-Mensch-Beziehung stellen einen innovativen Forschungsbeitrag zu ihrem Verständnis dar.
What characterizes the relation between a prudent servant and his master as well as his environment? This exegetical study explores the answer found in Instruction, the great wisdom text from the Qumran finds, and the Gospel of Luke by analyzing and comparing two thematically related key texts (4Q416 frg. 2 ii 9–16 and Luke 16:1–8). The investigation of the selected Instruction text also includes a material and paleographic reconstruction. Astrid Stacklies demonstrates that both textual pericopes can be read as instructions for the everyday relationship between master and servant in the human sphere, as well as interpreted in relation to the relationship between God and man, consistently exhibiting a transparency from the earthly to the divine realm. Furthermore, the author shows that each of the two textual pericopes can be read as a further explanation of the other. References to passages in both works dealing with wealth and debt, as well as to biblical texts, rabbinic and Greco-Roman literature and philosophy, are given particular weight in the interpretation. The interpretations presented, the comparative analysis, and the demonstrated consistent transparency of both pericopes regarding the God-human relationship represent an innovative contribution to their understanding.
